Dankbare Präzision

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Pablo Ramos. Foto: Timo Berger

Die Konferenztage in der Lettrétage waren dominiert durch lebhafte, konstruktive und inhaltlich ausgewogene Diskussionsbeiträge, alle anvisierten Themenschwerpunkte wurden durch die Moderatoren eingebracht und von allen Teilnehmern angeregt aufgenommen.

Aus Sicht der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit war die Zeit knapp – das Gremium des HKF ließ sich etwas mehr Zeit als üblich – dennoch verlief die weitere Arbeit recht erfolgreich. Die Medienpartnerschaft mit der Wochenzeitung Der Freitag erfolgte schnell und kooperativ, die Pressemappen erreichten die Redaktionen und Journalisten gut zwei Wochen vor Konferenzbeginn. Überaus fruchtbar erwiesen sich weitere Kooperationen mit lateinamerikanischen Institutionen und Web-Domains, die letztlich als zuverlässigste Multiplikatoren für die Informationsvermittlung genannt sein sollen. Die Ankündigung zur Konferenz war zielpublikumsgerecht breit gestreut und ließ kaum eine Lücke offen. Verschiedene Journalisten meldeten frühzeitig gesteigertes Interesse sowohl am Projekt an sich als auch an den Abendveranstaltungen. Der Möglichkeit exklusiv an der Tageskonferenz teilzunehmen bedienten sich nur einige Journalisten – aus pressetechnischer Sicht sind gerade diese Termine die ergebnisreichsten gewesen. Gewinnbringend genutzt von u.a. Deutschlandfunk und Literatur Nachrichten, die in ausführlichen Einzelgesprächen und Interviews ein Mehr an Information sammelten. Generell war das journalistische Interesse an den argentinischen Autoren größer, eine Art Vorabschau erster Stimmen des Gastlandes der diesjährigen Frankfurter Buchmesse schien den besonderen Reiz auszumachen.

Die Lesung im Instituto Cervantes war ein erfreulich publikumsstarker Eröffnungsabend, in gut zwei Stunden kamen alle beteiligten Autoren zu Wort, wenn auch nur durch ihre Werke, ein Konzept, das von der Berliner Zeitung zwar zum Teil bemängelt, dennoch aber in einem langen Artikel mit Verweis auf den eigentlichen Konferenzstart am Donnerstag gewürdigt wurde. Die Presse, gut ein Dutzend akkreditierte Journalisten waren anwesend, kamen mehrheitlich zur Eröffnung, was sicherlich nur einen ersten Einblick in das eigentliche Veranstaltungskonzept bot. Jedoch lieferten die Botschafterin und Organisationspräsidentin des Gastlandauftritts Argentiniens Magdalene Faillace und die Moderatorin Rike Bolte einen ersten guten Überblick über Konferenzziele und die thematische Ausrichtung.

Die Konferenztage in der Lettrétage waren dominiert durch lebhafte, konstruktive und inhaltlich ausgewogene Diskussionsbeiträge, alle anvisierten Themenschwerpunkte wurden durch die Moderatoren eingebracht und von allen Teilnehmern angeregt aufgenommen – ein Ergebnis, das in dieser Schlüssigkeit und aufgrund der Offenheit des Konferenzkonzepts (u.a. Literarische Spaziergänge) nicht von vornherein abgesichert und daher umso zufriedenstellender war.

Die Abendveranstaltungen in der Lettrétage waren daher auch von dankbarer Präzision, das Publikum wurde sowohl von Katharina Deloglu am ersten, als auch von Johanna Richter am zweiten Abend informativ durch die Tagesgeschehnisse geführt – es wurden Ein- und Ausblicke gewährt und dank vieler Wortbeiträge der Autoren sowie anregender Publikumsgesprächen an beiden Abenden Ergebnisse und literarische Positionen präsentiert. Der Publikumszulauf variierte an allen drei Abenden, von etwa 80 Anwesenden bei der Eröffnung über 40 bzw. 50 (inkl. am Boden sitzenden Zuhörern) am letzten Abend in der Lettrétage. Eine aufmerksame und konzentrierte Atmosphäre herrschte sowohl auf dem Podium als auch im Publikum. Vor allem kristallisierte sich die Frage nach dem Eigenen und Fremden, das Plagiat, als Kernthema heraus. Inhaltlich noch vor der allgemeinen Axolotl-Helene-Hegemann-Polemik gesetzt, konzentrierte sich die Konferenz somit u.a. auf das Literatur-Thema der Stunde, was dem Nutzen und der Aktualität solch einer Veranstaltung nur zugute kam. Wichtiger schien der Presse hingegen die kulturelle Differenz beider Länder, das Literaturleben Argentiniens nach der Diktatur, die Spuren, die das Politische in der jeweiligen Literatur hinterlassen hat.

Allen teilnehmenden Autoren war in jedem Fall der gewinnbringende Aspekt der Konferenz deutlich anzumerken, das Konzept der Literarischen Spaziergänge ging besonders gut auf und vertiefte in vielen Zweiergruppierungen den literarischen Dialog um eine sehr persönliche Ebene, die am Konferenztisch so nicht möglich war. Davon profitierten die zwei Abendveranstaltungen und damit das Publikum. Besondere Ehre war uns das Erscheinen des Argentinischen Botschafters sowohl im Instituto Cervantes als auch an der Abendveranstaltung in der Lettrétage am Freitag. Wir hoffen, dass dem Publikum insgesamt ein ebenso gutes Bild in Erinnerung bleibt wie den Autoren, Projektleitern und dem Team der Lettrétage.

Fabienne Fontaine (Presse- und Öffentlichkeitsarbeit/Lettrétage)

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