Posts Tagged ‘Brecht’

Sergio Raimondi: Anotaciones acerca de dos caminatas

April 24, 2010

Sergio Raimondi (l.), Daniel Falb. Foto: Timo Berger

Jueves. La poesía de DF como artefacto armado con partes de lengua, con modos de usos de la lengua. Posibilidad de que esas partes no conecten sino desde la apariencia de un diseño formal. La pregunta acerca de si esa desconexión no permitiría leer o al menos plantear algún tipo de hipótesis acerca de la supuesta coherencia social de la Alemania actual. La forma maquinal del diseño: posición superior de la industria alemana en Europa. Pero al mismo tiempo bancor: ese título keynesiano que remite al proyecto fallido de una unidad monetaria internacional y alternativa. La persistencia del dólar como medida de intercambio, presente en el inglés variable, entusiasta y equívoco de la conversación. Comentario acerca de si los bienes disponibles en una supuesta edad de oro tendrían o no fecha de vencimiento. Schöneberg como la escena más apropiada, por anacrónica, a un diálogo sobre poesía: un taller de máquinas ferroviarias abandonado (more…)

Advertisements

Nora Bossong: Spaziergang mit Sergio Raimondi

April 22, 2010

Botenstoffe: Julia Zange, Lola Arias, Nora Bossong (v. l. n. r.). Foto: Timo Berger

Weshalb man heute noch über Brecht schreibe, fragt mich Sergio. Weil ich heute noch dazu gezwungen würde, ihn zu lesen, beantwortet er die Frage selbst. Es stimmt, in der Schule hatte ich ihn zu lesen und ich hatte ihn gut zu finden und ich fand ihn nicht gut, was mir einen Punktabzug in der Abiturnote einbrachte. Wir spazieren zu dritt, Tom Bresemann begleitet uns oder ich begleite Sergio und Tom oder Sergio begleitet Tom und mich. Brecht schiebt seine Schiebermütze in den Nacken. Das Wetter ist unkorrekt warm für einen deutschen Märztag, sonnig, fast 20 Grad. In unseren Gesprächen driften wir weiter südlich. Wir reden über (more…)

Nora Bossong: Politik und Literatur oder weshalb ich Brecht nicht leiden kann, Thomas Mann aber schon

April 20, 2010

Nora Bossong. Foto: Nora Bossong

Im Dienst der Literatur oder Literatur als Dienerschaft

Warum gefallen mir Brechts Gedichte nicht?, frage ich mich heute, denn heute geht es mir um die Politik. Es könnte mir auch um die Religion gehen, dann fragte ich: Weshalb ist keines der Gedichte von Wojtyla als gutes Gedicht zu gebrauchen?  Hier scheint die Antwort ein wenig leichter, man kann das Übermaß an Glocken und Ergriffenheit auf eine übermäßige Lektüre von Gebetstexten zurückführen, die die Maßstäbe emotionaler Herdentreiberei schulen, aber nicht die guter Lyrik. Die Antwort, die auf beide zuträfe, wäre die wichtigere, denn es gibt eine Verbindung zwischen beiden lyrischen Fehltritten – wenn mir auch zig Germanisten schreiend widersprechen, ja mich widerrufen wollen. Brecht sei von Weltrang!, Wojtyla hingegen nur Papst geworden und darin nicht einmal so gut wie Ranicki, doch was haben Germanisten schon zu urteilen über polnische Verse. Und die Antwort, die beide verbindet, scheint mir darin zu liegen, dass sie Position bezogen, noch ehe sie das erste Wort gefunden hatten. Dass sie die Worte im Folgenden deklassierten und lediglich als unterbezahlte Boten und Dienerschaft ihrer für sie längst feststehenden Aussagen nutzten oder, hart gesagt, missbrauchten.

Dürfen wir Position beziehen?

Es wäre sicher zu viel des Guten, wenn wir uns die Aussage allein vom Klang der Worte in den Mund legen ließen. (more…)