Posts Tagged ‘Repräsentation’

Tilman Rammstedt: Nein./Am besten gar nicht./Durch Lautstärke.

April 13, 2010

Tilman Rammstedt, Pablo Ramos. Foto: Julieta Mortati

Überraschend wäre es, nun ein Resultat zu haben, eine punktgenaue Bilanz, eine Liste mit Unterschieden zwischen der argentinischen Literatur und der deutschen Literatur. Und es wäre wohl keine besonders angenehme Überraschung. Denn die Konferenz wurde immer genau dann interessant, wenn es um die Rollen ging, die uns zehn Teilnehmerinnen und Teilnehmern vermeintlich zugeschrieben wurden, wenn diese Rollen hinterfragt wurden. (more…)

Tag 1, 25. März in der Lettrétage

März 31, 2010

Wann ist Kopieren erlaubt?

Am Morgen des ersten Konferenztages diskutieren die fünf argentinischen und fünf deutschen Schriftsteller das Verhältnis von Original und Plagiat, von Inspiration, Authentizität und Fiktion. Der aktuelle Fall Hegemann wird natürlich auch angesprochen. Tilman Rammstedt meint, es sei ja durchaus ein Vorteil, dass die Zitate aus Literatur, Film und Kunst beim Leser als bekannt vorausgesetzt werden können, – dass also Autor und Leser gleichermaßen einer vernetzten, globalen Welt angehören. Pablo Ramos hält dagegen: „Gibt es dann überhaupt noch ethisch-moralische Regeln beim Schreiben?“, fragte er sich. Und antwortete sich selbst: Kopieren sei moralischer Schwachsinn. Auch Talent schütze davor nicht. Argentinier scheinen in dieser Hinsicht „moralischer“ zu sein.

Lola Arias, Nora Bossong, Juliane Liebert, Daniel Falb. Foto: Timo Berger

Ist aber Authentizität nicht vor allem ein Mythos? Und wer ist dafür verantwortlich? Nora Bossong ist überzeugt: „Authentizität scheint eine unglaubliche Faszination auf den Leser, den Zuhörer auszuüben“. Das habe sie bei vielen Lesungen so gespürt. Für ihren Roman „Webers Protokoll“, einen historischen Roman, der in den 1940er und 1950er Jahren spielt, hat sie viel recherchiert, um dann aus der Distanz das Material einzuarbeiten.

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